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Die ersten vier Wochen unterwegs Teil 2: Buenos Aires

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November 22, 2015 by Gretchen

Buenos Aires, finally

Da wir am Flughafen nur ein paar unserer mitgebrachten Dollar in Pesos umgetauscht hatten, war unserer erster Gang, nach einer Dusche und frischen Klamotten, der in eine Wechselstube. Siehe da, es ist wirklich wahr: Geld sollte man in Argentinien nicht in Banken tauschen! Der Wechselkurs ist unterirdisch. In der Bank hatten wir knapp zehn Pesos für einen Dollar bekommen, in der Wechselstube waren es zwischen 15,1 und 15,4 Pesos (für 100-Dollarscheine gibt es teilweise einen besseren Kurs). Das macht schon einen gewaltigen Unterschied. Zumal, wenn man realisiert, dass die Preise in Argentinien bei dem Wechselkurs 10:1 mit denen in Deutschland identisch sind. Da ist nix mit günstig leben. Bei 15:1 sieht das schon wesentlich besser aus. Man kann im übrigen Geld auch auf der Straße wechseln. In der Av Florida in Microcentro wird einem „Cambio“ alle fünf Meter ins Ohre gerufen. Es ist ein wenig wie im Görlitzer Park ;). Versucht haben wir das Cambio-Geschäft auf der Straße nicht, man kauft Gras ja auch nicht im Görlitzer Park.

Mit nun erst einmal ausreichend einheimischer Währung in der Tasche gab es dann endlich wieder etwas richtiges zu Essen (Flugzeugnahrung ist ja eher nicht so der Hit). Wieder einmal fiel die Wahl auf Pizza und auch hier hegt man eine große Liebe zu Käse – Käseinferno Nr. 2. Immerhin diesmal war es „Quatro Queso“. Satt, zufrieden und nach der langen Reise ziemlich müde gings ins Hostel und direkt ins Bett (zur Orientierung für den Leser: es war gegen 21 Uhr Ortszeit. Falls sich jemand fragt, wie groß der Zeitunterschied ist: Buenos Aires ist vier Stunden hinter Deutschland).

Ungeliebte Haustiere treffen auf Inkompetenz

Sehr gut eingeschlafen, war die Nacht dann allerdings sehr schnell vorbei – Bedbugs. Also nicht bei mir, aber bei meinem Bettnachbarn Harry. Immerhin konnten wir nach einigem hin und her dann innerhalb des Hostels in ein anderes Zimmer. Also mitten in der Nacht alle Sachen eingepackt, umgezogen, wieder abgelegt, weiter geschlafen. Den nächsten Morgen sind wir los um die Klamotten in die Wäscherei zu bringen und die Gegend (angeblich ist ja Palermo das „In-Viertel“) zu erkunden. Naja so richtig ist der Funke nicht über gesprungen. Zurück im Hostel wurde uns plötzlich verkündet, dass wir in unserem Zimmer, welches wir in der Nacht beziehen mussten, nicht bleiben könnten, da es für die kommende Nacht reserviert war. Na danke für die frühzeitige Ankündigung… nun hatten wir aber bereits für zwei Nächte gebucht und bezahlt, in unser altes Zimmer konnten wir aber natürlich nicht. Immerhin bot man uns an, in ein anderes Hostel umzuziehen, in Microcentro. Das Taxi dahin würde man uns zahlen. Ok also los, eine wirklich andere Wahl hatten wir ja nicht, in das neue Hostel (gleiche Kette).

Das neue Hostel war wirklich sehr Zentral. Sowohl vor, als auch im Hostel war wesentlich mehr Trubel, aber egal, hauptsache keine Bedbugs. Wir hatten bei Ankunft auch direkt in Erfahrung gebracht, ob es möglich wäre eine weitere Nacht zu bleiben (jeden Nacht umziehen ist anstrengend und man möchte ja auch mal zur Ruhe kommen). Ja kein Problem, das Zimmer ist auch die darauf folgende Nacht frei und wir könnten ja am Morgen Bescheid sagen, ob wir verlängern wollen. Nach einer recht erholsamen Nacht ohne Bedbugs, hatten wir an der Rezeption erklärt, wir würden eine weitere Nacht bleiben wollen. Ok bereitet alles vor und wir gingen in der Zeit einen Kaffee trinken. Wieder zurück im Hostel, wird uns eröffnet, dass wir leider nicht in dem Zimmer bleiben könnten, da das belegt ist. Auf unsere Nachfrage, wie das denn sein könne, denn wir hatten ja am Abend davor eine andere Antwort erhalten, wurde uns gesagt, das wir kostenpflichtig hätten reservieren müssen. Schade, dass uns das aber niemand gesagt hatte… Nun kamen wir uns endgültig verarscht vor – Bedbugs, zwei Nächte, zweimal Inkompetenz. Mit leichter Wut im Bauch haben wir dann unsere Handys gezückt und erst einmal nach einer neuen Bleibe gesucht, die auch nicht all zu weit weg ist. Nach einer Weile hatten wir ein Hotel gefunden, das nur zwei Blocks entfernt war, zu einem akzeptablen Preis.

Endlich mal richtig ankommen

Rucksäcke geschnappt und losgelaufen. Nach einer Weile des Suchens hatten wir das Ziel gefunden – nur leider hatte man dort auch kein Zimmer frei. Es war Samstag…Netterweise hatte sich die Dame an der Rezeption den Telefonhörer geschnappt und siehe da, ganz in der Nähe ist ein weiteres Hotel mit einem freien Zimmer, zum gleichen Preis. Rucksäcke geschnappt und losgelaufen und Hotel gefunden. Nachdem wir das Zimmer besichtigt und für gut befunden hatten, wurde diesmal direkt für zwei Nächte eingecheckt. Endlich das erste Mal das Gefühl irgendwie angekommen zu sein.

Nun war auch endlich etwas Zeit die Stadt ein wenig zu erkunden. Auf unserer Liste stand am Sonntag Puerto Madero. Oho hier wird flaniert. Von da aus ging es zum Reserva Ecologica – eine grüne Oase inmitten dieser riesigen Stadt. Hier hat man wirklich die Möglichkeit abzuschalten. Viele Porteños (so die Bezeichnung der Einwohner von Buenos Aires) machen am Wochenende hier Fahrradausflüge und / oder Picknick.

Reserva Ecologica

Jetzt kann auch mal gelacht werden – Reserva Ecologica

Auf dem Rückweg zum Hotel eine weitere freudige Überraschung: man kann hier Kuchen! Meine persönliche Empfehlung ist Lemon Pie, leeecker.

Den nächsten Tag wurde Recoleta aufgesucht – hier wohnen angeblich die Reichen, oder wie wir sie liebevoll nennen: die Schickeria :). In Recoleta befindet sich ein weiteres Highlight der Stadt: der Cementerio de la Recoleta – der Friedhof schlechthin. Angeblich will jeder Argentinier (oder war es nur jeder Bewohner der Stadt?), der etwas auf sich hält, hier begraben sein. Evita hat hier ihr Grab. Aber was fasle ich, Grab… hier ist niemand begraben. Hier gibt es ausschließlich Grüfte und was für welche. Manch Einer wohnt schlechter. Ich fands super faszinierend da, aber eventuell werde ich nun von guten oder bösen Geistern verfolgt (wohl eher von Guten, dank Voodoo).

Gruft

Eine Gruft im Cementerio de la Recoleta

 

Grüfte

Gruft – „Straße“ im Friedhof Recoleta

Am Abend wurde ich, weil ja mein Geburtstag war, zum Essen eingeladen. Die Wahl viel auf ein Steakrestaurant in Palermo, das „La Cabrera“. Zum Glück wurde diese Wahl bereits ein paar Tage zuvor getroffen, denn anscheinend ist der Laden „The place to be“, ohne Reservierung geht hier gar nichts. Zu meinen Ehren wurde nun also eine Kuh gejagt, erlegt und mit allerlei kleinen Leckereien dargeboten.

Steak

Mein Geburtstagssteak

Eh Jemand fragt: ja es stimmt, Fleisch in Argentinien ist ziemlich lecker. Danach wurde in einer Bar (und langsam dämmerte uns, warum Palermo als In-Viertel bezeichnet wird) noch einmal auf mein Wohl angestoßen, bevor ein wirklich sehr gelungener Geburtstag sein Ende fand.

Das Digitale Nomadentum

Am nächsten Tag ging es, leicht verkatert, in unser Zuhause für die nächsten vier Wochen. Villa del Parque ist etwas weg vom Schuss (mit dem Taxi so 45 Minuten, wobei es Nachts deutlich schneller geht) und wirkt eher wie ein gemütlicher Vorort. Hier wohnen also Anne, Willie und Nagual. Weil Anne und Willie Urlaub machen möchten, passen wir auf die Blumen und Nagual und Nagual aufs Haus auf. Am Abend wurden wir mit einem extrem leckeren Abendessen (ein riesiges Huhn, von dem 7 Leute satt wurden und noch etwas übrig blieb) willkommen geheißen. Tags darauf reisten die Urlauber ab und wir bezogen offiziell unser erstes „Digitale Nomaden Office“.

Nagual

Unser „Bürohund“ für vier Wochen

Die Eckpfeiler unseres derzeitigen Lebens (also jetzt gut zwei Wochen) sind schnell erzählt: jeden morgen Sport (außer es regnet) – Yoga bzw. Laufen gehen. Dann Kaffee und unser Powerfrühstück (Obst, etwas Joghurt, Chia-Samen, Mandeln, Sonnenblumenkerne), dazu ein paar Spanischvokabeln. Danach beginnt der Arbeitstag. Am Abend runden wir das Ganze mit einem grandiosen Abendessen ab. Wir verzichten hier bewusst auf Fleisch und kochen sehr vielseitig und gesund, ganz im Sinne von foodforfitness.de. Dieser Tagesrhythmus wird uns noch knapp zwei Wochen begleiten, bis wir nach Iguazu reisen werden.

 

Ein wenig Abwechslung gehört dazu

Um nicht ganz zu veröden, gehen wir natürlich auch ab und zu raus. So hatten wir uns letztes Wochenende mit Jessica und Andres getroffen, die wir in New Orleans bei der Hochtzeitsparty kennengelernt hatten. Die beiden zeigten uns erst einen super tollen Burgerladen (an freien Tagen ist Cheating-Day) und danach eine Bierbar in Palermo und endlich wurde mit klar, was an Palermo angeblich so super ist. Nachts ist es da wirklich toll, dann lebt das Viertel, ist bunt und interessant.

Ein paar Tage später waren wir dann in Tigre, ein Flußdelta etwas außerhalb der Stadt aber mit dem Zug sehr gut zu erreichen. Im Übrigen sind öffentliche Verkehrsmittel hier sehr günstig, also eigentlich umsonst. Tigre ist wirklich schön und einen Ausflug wert. Wenn man in diesem beschaulichen Örtchen ankommt, läuft man 300 Meter bis zum Anlegeplatz für die Ausflugsboote. Hier kann man für 90 Pesos etwa 45 Minuten durch das Delta fahren (also man wird gefahren). Wer schon einmal im Spreewald war, hat eine ungefähre Ahnung, wie es da ist. Für alle anderen hier ein paar Bilder 😉

Tigre 1

Ausblick vom Boot in Tigre

Tigre die zweite

Noch mehr Ausblick vom Boot aus

 

So viel erst einmal von uns, Harry und Jette, euren Digitalen Nomanden. In meinem nächsten Post werde ich mal ein wenig auf die wirtschaftliche Situation Argentiniens eingehen, die uns so gar nicht bewusst war und ein wenig absurd ist. Bis dahin, Küsschen

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2 comments »

  1. britta sagt:

    Viel Spaß weiterhin 🙂

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