RSS Feed

Portugal on my mind

0

November 6, 2016 by Gretchen

Höhlen gibt es auch einige.

Während meines Aufenthalts in Südamerika hatte ich zeitweise täglich Yoga gemacht, auf jeden Fall aber immer so oft es ging. Daher hatte ich schon sehr kurze Zeit nach meiner Rückkehr die Idee, einmal einen Yoga Retreat auszuprobieren. Mal eine Woche jeden Tag mehrmals Yoga – am Besten im Herbst und am Meer. Daher fing ich im Frühjahr an, meine Augen offen zu halten. Recht schnell bemerkte ich, dass viele der angebotenen Retreats sehr teuer sind. 1.000€ für 8 Tage fand ich etwas übertrieben.

Eine gute Möglichkeit, über Angebote, die nicht ganz so hochpreisig sind, auf dem Laufenden zu bleiben ist die Gruppe „Yoga Retreats“ auf Facebook. Genau da habe ich dann auch das Angebot für den Retreat von Masha in Portugal gefunden. 7 Tage für einen fairen Preis. Anfang Oktober schien mir auch eine gute Zeit zu sein, mal wieder aus Deutschland raus zu kommen und nach Portugal wollte ich sowieso schon immer einmal. Nun gibt es günstige Flüge nach Lissabon nicht jeden Tag, die meisten Billig-Aairlines fliegen nur zweimal pro Woche. Der Retreat begann an einem Sonntag und ging bis Samstag – also an Tagen, an denen keine Flüge angeboten wurden. Aber warum nicht einfach noch ein paar Tage in Lissabon verbringen? So flog ich also am 30.09 nach Lissabon, am 02.10 begann der Retreat, in der Nähe von Sintra, etwa 45 Minuten Fahrzeit von der Hauptstadt entfernt, direkt am Meer.

Aber wie gesagt, zunächst Lissabon – und ich war direkt begeistert. Abgesehen davon, dass ich am Morgen bei Nieselregen und gedrückter Stimmung in Berlin los bin und in Lissabon mit wunderbarem Sonnenschein erwartet wurde, ist die Stadt einfach wunderschön. Da es sowieso keinen Sinn macht, Schönheit zu beschreiben, lass ich einfach ein paar Bilder sprechen:

Erster Tag in Lissabon

Erster Tag in Lissabon

 

Die Geburtskirche des Heiligen Antonius.

Die Geburtskirche des Heiligen Antonius.

 

Aussicht!

Aussicht!

 

Flowerpower

Flowerpower

 

Auch das Hostel, in dem ich meine ersten beiden Nächte verbrachte, war eine tolle Wahl. Es war das beste Hostel, in welchem ich bisher war. Freundlich, gemütlich mit gemeinsamen, typisch portugiesischen Abendessen, wenn man wollte und ruhigen, gemütlichen Zimmern. Da war der Name Programm: Home Lisbon Hostel.. just homecoming 🙂

Must Do: Die Free Walking Tour mit Maria

Ebenfalls absolut empfehlenswert ist auch die Free Walking Tour, die im Hostel angeboten wird. Die Tour, die ich mitgemacht habe, wurde von Maria „unterhalten“. Das im wahrsten Sinne. Die kleine, junge Frau war unglaublich unterhaltsam, ihr ganzer Körper, ihre Mimik, alles atmete diese Stadt. Dank ihr weiß ich nun auch, dass die Geschichte Lissabon bezüglich Blutrünstigkeit und Verrat offensichtlich Vorbild für ‚Game of Thrones‘ war. Genauso, wie ich nun verstehe, was es mit Fado auf sich hat und das man Heilige auch bestrafen darf, wenn die Gebete nicht erhört werden.

Auf der Free Walking Tour

Auf der Free Walking Tour

 

Street Art

Street Art

 

Die Tour endete an einem riesigen Flohmarkt, den ich dann mit Rachel, meiner amerikanischen Bekanntschaft noch bezwungen habe – wobei es knapp war. Beinahe hätte der Flohmarkt uns in die Knie gezwungen, so groß war er. Aber es hat sich gelohnt, immerhin konnte ich bereits ein paar Weihnachtsgeschenke ergattern. So früh war ich damit noch nie dran. Ich glaube, dass mache ich jetzt immer so.

Auf dem Flohmarkt

Auf dem Flohmarkt

 

Bevor ich am nächsten Tag zum Flughafen musste, wo ich dann abgeholt werden würde zum Retreat, war ich am Vormittag noch im Panteao Nacional. Hier liegen die toten Nationalhelden, außerdem hat man eine tolle Aussicht. Normalerweise kostet es 7€ Eintritt, jedoch ist am ersten Sonntag des Monats immer freier Eintritt in allen Museen und Sehenswürdigkeiten. Wer Zeit hat und an solch einem Sonntag in der Stadt ist, sollte deswegen nach Belém, da kann man richtig Geld sparen.

Auf dem Balkon des Panteao Nacional.

Auf dem Balkon des Panteao Nacional.

 

Alfama und Hafen.

Alfama und Hafen.

 

Das Panteao innen

Das Panteao innen

 

Auf zum Yoga Retreat, auf zum Meer

Start war also am Samstag. Wir wurden von Matt, dem Freund von Masha, unserer Yogalehrerin, am Flughafen abgeholt, was die Anreise sehr entspannt gestaltete. Auch der Ort, an dem ich nun die nächsten 7 Tage zweimal täglich Yoga machen würde und etwas innere Einkehr erfahren wollte, war perfekt. Ein schönes Haus inklusive Pool mit Blick aufs Meer. Im Garten befand sich eine große Holzhütte, die zum Yogaspace umgebaut wurde und super gemütlich war.

Blick aus dem Badezimmer.

Blick aus dem Badezimmer.

 

Garten mit Pool und dem Yogaspace (hinten rechts)

Garten mit Pool und dem Yogaspace (hinten rechts)

 

Der erste Tag stand erst einmal im Zeichen des Ankommens und Kennenlernens. Am Pool entspannen und die anderen Teilnehmer ein wenig kennenlernen. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus den verschiedensten Ländern. Am Nachmittag war dann auch schon die erste Yogastunde, bei der erst einmal das Ankommen im Mittelpunkt stand. Danach wartete ein hervorragendes veganes Abendessen auf uns, welches den ersten Tag super abgeschlossen hat.

Yogaroutine

Nun hieß es jeden Morgen um 8 Uhr aufstehen, da von 8:30 – 10 Uhr die erste Yogasession auf dem Programm stand. Wenn der Wecker 7:30 Uhr klingelt, ist das offensichtlich die Zeit, zu welcher man ungestört dem Vogelgezwitscher lauschen kann. Nicht der schlechteste Start in den Tag. Auch wenn mir das Aufstehen um diese Uhrzeit nie leicht fällt, war die Morgenroutine doch sehr angenehm. Einen warmen Tee, 90 Minuten energetisches Yoga und danach ein tolles Frühstück. Jeder Tag sollte so beginnen!
Die zweite Session war dann immer am Nachmittag, 60 Minuten eher meditatives Yoga und ein paar Partnerübungen.

Was außer Yoga

Zwischen den zwei Yogastunden war nun genügend Zeit, die auch irgendwie sinnvoll, achtsam oder einfach nur entspannt genutzt werden wollte. Da wir uns direkt am Meer und in einem riesigen Nationalpark befanden, war das auch recht einfach. Küstenwanderungen, Bergspaziergänge oder einfach nur Zeit am Strand verbringen, den Gedanken nachhängen, und aktiv entspannen. Außerdem war endlich einmal wieder genügend Zeit zum Lesen.

Sonnenuntergang gucken - es wurde empfindlich kühl!

Sonnenuntergang gucken – es wurde empfindlich kühl!

 

 

Also Farben können sie :)

Also Farben können sie 🙂

 

Küstenwanderung

Küstenwanderung

 

Küstenwanderung 2

Höhlen gibt es auch eine Menge

 

 

Wer einmal hier in der Nähe ist, sollte auch unbedingt Sintra besuchen und zumindest ein paar seiner hinreißenden Sehenswürdigkeiten. Absolut empfehlenswert ist hier die Quinta da Regaleira. Vor allem in dem verspielten Garten mit Tunnelsystemen, Grotten und Seen kann man sich ein paar Stunden verlieren.

Ein Garten fast wie im Märchen.

Ein Garten fast wie im Märchen.

 

Tunnel und Gewölbe gab es auch zur Genüge.

Tunnel und Gewölbe gab es auch zur Genüge.

 

Das passende "Märchenschloss" gab es auch.

Das passende „Märchenschloss“ gab es auch.

 

Bei dem Besuch der Stadt Sintra habe ich dann herausgefunden, dass Portugal offensichtlich viele Seifenmanufakturen hat. Die Auswahl an Herstellern, Gerüchen und tollen Verpackungen war unglaublich. Ich konnte mich kaum losreißen, da ich, zugegeben, ein echter Seifenfan bin. Habe direkt für den Rest des Jahres eingekauft 🙂

Masha – Die Yogalhrerin

Ich hatte zugegebener Maßen ein wenig Bedenken, als ich den Urlaub gebucht hatte. Zwar mache ich Yoga wirklich gern und war auch nicht skeptisch, ob es mir gefallen würde, jeden Tag zwei Einheiten zu haben. Jedoch mag ich nicht jeden Stil und nicht jeden Lehrer. Das kennt sicher jeder, der Yoga macht recht gut. Man muss den Lehrer mögen, sonst macht es keinen Spaß. Mir gehen ehrlich gesagt die Lehrer etwas auf die Nerven, die zu esoterisch sind. Ich habe kein Problem mit Oooom, habe es im Laufe der Zeit sogar zu schätzen gelernt. Es öffnet die Kehle und das Brummen ist total angenehm. Natürlich gehört auch zu Beginn ein Moment der Ruhe und des Ankommens dazu, genauso wie Shavasana, die Schlussentspannung. Aber darüber hinaus möchte ich meinen Körper auch anstrengen, Grenzen ausloten und mich stärken. Zuviel Meditation und Esoterik stört mich dann, ich kann das irgendwie nicht ernst nehmen.

Da ich also Masha noch nicht kannte, wusste ich natürlich nicht, was auf mich zukommt und ob ich ihren Stil mögen würde. Diese Zweifel konnten jedoch schnell zerstreut werden. Masha ist eine sehr achtsame Person, der das Wohlbefinden ihrer Gäste sehr am Herzen liegt. Sie (und auch Matt) war immer darum bemüht, dass sich alle wohlfühlen. Darüber hinaus ist sie aber keine „verträumte“ Esoterikerin, sondern klar, offen, freundlich und angenehm. Da sie außerdem passionierte Kletterin ist, kam entsprechend auch die dynamische, kraftvolle Komponente beim Yoga nicht zu kurz. Ich muss ehrlich zugeben: Ab dem dritten Tag hatte ich, in Verbindung mit den Wanderungen, ordentlich Muskelkater.

Von nun an jedes Jahr ?!

Die Yoga-Woche war wirklich schön. Die Yogastunden, jede Menge Wanderungen, nette Leute, großartiges Essen, Zeit zum Lesen und Sonne, Sonne, Sonne…. Ich kann das jedem nur empfehlen und habe mit fest vorgenommen, nun regelmäßig so etwas zu machen. Vielleicht sogar wieder in Portugal und bei Masha.

Zurück nach Lissabon

Am Samstag Nachmittag ging es wieder zurück nach Lissabon, wo ich noch bis Montag Mittag verbringen würde. Also noch einmal zwei Nächte, diesmal allerdings in einem anderen Hostel, das Lisbon Destination Hostel, direkt im Bahnhof. Auch dieses Hostel ist wirklich schön, neu, sauber. Allerdings konnte es mit der heimeligen Atmosphäre des Anderen nicht mithalten – und ich hatte etwas Pech mit ignoranten Zimmergenossen….

Der Gemeinschaftsraum im Hostel.

Der Gemeinschaftsraum im Hostel.

 

Während ich den Samstag nur noch ein wenig die nun andere Umgebung entdeckte, ging es am Sonntag nach Belém. Da es von allen und jedem so heiß empfohlen wurde, führte daran kein Weg vorbei. Nach Belém ist es ein Stück von der Innenstadt aus, weshalb Laufen keine Option war. Leider hatte offensichtlich halb Lissabon (zumindest die Besucher der Stadt) den selben Einfall wie ich. Die Schlangen an den Ticketautomaten für den Zug waren unfassbar…. ich war genervt! Nach ewigem Hin und Her wusste ich, dass es irgendwie auch Busse und Straßenbahnen gaben, die mich an mein Ziel bringen sollten. Ich entschied mich, erst einmal ein Stück zu laufen. Dabei kam ich an einer Lagerhalle vorbei, in der Techno lief. Ich habe kurz überlegt, mal reinzuschauen, wie in Lissabon so gefeiert wird, aber ich hatte nur Flip Flops an (das wäre mir vor 10 Jahren wohl noch egal gewesen…man wird wohl älter)….

Nach 15 Minuten kam dann ein Bus, der passte und mich an mein Ziel brachte. Als Erstes lief ich ein wenig ziellos umher und entschied, mich mit zu stärken, bevor ich die Touri-Nummer durchziehen würde.

Kaffee und Kuchen auf portugiesisch: Pasteis de Nata

Kaffee und Kuchen auf portugiesisch: Pasteis de Nata

 

Belém hat wirklich tolle Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte. Jedoch benötigt man Zeit und starke Nerven. Es ist unheimlich touristisch. Jede Menge (alte) Leute, die mit Bussen da hin gekarrt werden und ständig im Weg rum stehen, lange Schlangen bilden und Blödsinn reden (sehr viele deutsche Rentner). Dennoch sollte man sich das alles antun, es lohnt sich:

Klostereingang

Klostereingang

 

Innenhof des Mönchsklosters.

Innenhof des Mönchsklosters.

 

Der Torre de Belém mit Schlange.

Der Torre de Belém mit Schlange.

 

Aussicht vom Torre.

Aussicht vom Torre.

 

Merken

Merken

Merken

Merken


0 comments »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kategorien