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Back to BA und auf nach Uruguay

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Mai 9, 2016 by Gretchen

Sonnenuntergang mit Blick nach Buenos Aires

Am 06.02. waren wir also wieder zurück in Buenos Aires. Da wir für den 26.02. einen Flug von Montevideo nach Rio hatten, hieß es, noch 3,5 Wochen Zeit. Für mich stand fest, dass ich nicht mehr zu viel Zeit in Buenos Aires verbringen wollte. Auch wenn wir bei unserem ersten Aufenthalt mehr von der Vorstadt Villa del Parque als von der Stadt an sich gesehen hatten, ist eine weitere Woche durchaus ausreichend. Diese eine Woche haben wir auch sehr gut genutzt, mit Arbeiten, aber auch noch einmal die tolle Atmosphäre von Palermo genossen. Dazu gehört auch noch einmal typische Hostelbekanntschaften, mit denen man am Abend ein Bier trinken geht oder in einen Club. Ja wir haben es zum Abschluss tatsächlich noch einmal geschafft, in BA auszugehen… und ich gebe ganz offen zu: es war eine Enttäuschung. Neben dem zum großen Teil sehr jungen Publikum, kann man den Club, in den uns der Mitarbeiter des Hostels geschleppt hat getrost als Großraumdisse bezeichnen. Also so etwas, was ich zu Hause nicht freiwillig betreten würde. Allerdings muss ich auch gestehen, dass der Stolz, mit dem uns unser Guide „seinen“ Club präsentiert hat, sehr unterhaltsam, weil unheimlich ulkig war. Der größte Club der Stadt, mit der größten Tanzfläche – da soll noch einmal jemand behaupten, auf Größe würde es nicht ankommen. Also unser Führer hat das ganz anders gesehen 🙂

Nach inzwischen 3,5 Monaten gemeinsamen Reisen und Arbeiten, haben wir uns entschlossen, die verbleibende Zeit noch ein bisschen getrennt zu nutzen. Also sind wir dann nach der Woche BA getrennt auf, Richtung Uruguay.

Für mich war dies aus zwei Gründen eine Herausforderung: 1. Das erste Mal wirklich allein unterwegs, wie aufregend! 2. Pünktlich zum allein Reisen, hat mir meine Bank (Danke noch einmal dafür, liebe comdirect) meine Kreditkarte gesperrt. Immerhin hatte sie mir das 10 Tage vorher schon angekündigt – dass merkwürdige Aktivitäten festgestellt wurden (welche, wurde mir bis heute nicht erklärt) und deswegen ganz bald (ab dem 05.02.) meine Karte gesperrt wird und ich eine Neue zugeschickt bekomme – natürlich nach Berlin…. Also habe ich die verbleibende Zeit noch genutzt, Geld abzuheben, in der Hoffnung, dass mir das olle argentinische Geld auch jemand umtauschen würde.

Allein nach Uruguay

Meine erste Station nach Buenos Aires waren zwei Übernachtungen in Colonia, eine Stunde mit der Fähre von Buenos Aires entfernt, in Uruguay. Hier habe ich zunächst meine gesamten argentinischen Pesos in Uruguayos umgetauscht und hatte nun Geld, um Essen, Bus und Unterkunft zu zahlen.

Der kleine historische Stadtkern ist wunderschön. Direkt am Meer alte kleine Häuser in alten kleinen Straßen. Wer also in BA ist, sollte auf jeden Fall mindestens einen Tag Colonia einplanen. Ach und wenn möglich, unbedingt, den Sonnenuntergang hier erleben!!

Altstadt von Colonia

Altstadt von Colonia

 

Kleine Gasse in Colonia

Kleine Gasse in Colonia

 

Sonnenuntergang mit Blick nach Buenos Aires

Sonnenuntergang mit Blick nach Buenos Aires

Nach 1,5 Tagen Colonia, ging es Freitagmorgen Richtung Punta del Diablo, etwa 40 km vor der brasilianischen Grenze. Ich hatte mehrfach gelesen, dass hier einer der schönsten Strände Uruguays sein soll, und wollte dort ein paar Tage halt machen, um mich dann langsam wieder nach Süden, zurück Richtung Montevideo bewegen. Um meinen Bus 9:15 Uhr nicht zu verpassen, machte ich mich kurz nach halb acht vom Hostel auf – etwas verärgert, dass es noch kein Frühstück gab, obwohl es offiziell ab 8 Uhr welches geben sollte. Am Busbahnhof angekommen, verstaute ich meinen Rucksack im nach Montevideo bereitstehenden Bus und fragte den Busfahrer sicherheitshalber, ob es sich hier um den richtigen Bus handelt. Trotz meiner sehr schlechten Spanischkenntnisse verstand ich ihn einigermaßen, was mich sehr verwirrte: es war erst 8 Uhr. Aber wie konnte das sein? Sowohl mein Telefon als auch mein Rechner haben mich darauf hingewiesen, dass ich mich in der uruguayischen Sommerzeit befinde, was eine Stunde Zeitunterschied zu Argentinien ist und damit nur noch drei Stunden hinter Deutschland. Hm, aber augenscheinlich war das falsch und ich habe zwei Tage in der falschen Zeit gelebt. Das erklärte natürlich, warum der Sonnenuntergang so spät war und es noch kein Frühstück im Hostel gab… Der nette Busfahrer hat dann mit mir mein Busticket umgetauscht, schließlich war ich ja nun schon da und mein Rucksack verstaut, also ging es eine Stunde eher, mit dem 8-Uhr Bus nach Montevideo. Da hatte ich dann natürlich eine Stunde länger Aufenthalt, bis mein Bus nach Punta del Diablo fuhr, aber da ich noch kein Frühstück hatte und auch noch Geld bei Western Union holen musste (mein neuer „ATM“), war das kein Beinbruch.

Der Busterminal in Montevideo ist der am meisten besuchteste, den ich bisher gesehen habe. Unfassbar viele Menschen. Ergänzt wird dies durch ein riesiges Einkaufszentrum in den Etagen darüber (wer den Leipziger Hauptbahnhof kennt, kennt das Prinzip, nur hier noch viel größer und voller). Nachdem ich Frühstück und Geld besorgen erledigt hatte, habe ich mir einen Platz im Terminal gesucht, um die nächsten 1,5 Stunden zu lesen. Daraus wurde dann nichts, da mich der Typ neben mir angeschwatzt hat und wir ein die Zeit mit Plaudern verbracht haben.

Aber nun endlich ging es erst einmal nach Punta del Diablo! Nach 5 Stunden fahrt kam ich dann – nach dem größten Busterminal zum Kleinsten 🙂 Der Busbahnhof ist hier etwas außerhalb des Dorfes und zunächst dachte ich, ich würde einfach laufen. Aber da es sehr warm war und mein Gepäck doch recht schwer, habe ich mich entschieden, mich für 30 Pesos, also etwa 1 Dollar, fahren zu lassen.

Hier ein kleiner Hinweis: In Uruguay kann man problemlos mit Dollar zahlen, dann wird es aber immer ein wenig teurer. Die Hostels rechnen 30=1 – während der Wechselkurs zwischen 31-34 ist.

Einfach himmlisch – Punta del Diablo

Nach etwa 10 Minuten suchen und am Strand herumirren habe ich dann am frühen Abend nach einem langen Tag, sehr verschwitzt mein Hostel gefunden, das Tranquilo Diablo – mein Zimmer (inklusive zweier netter Italiener) mit Meerblick.

Long Story short: Der Aufenthalt hier was unvergesslich. Hostel direkt am Strand, der große Balkon mit Blick aufs Meer, von wo aus es sich hervorragend arbeiten ließ. Der Ort selbst ist ein kleines, eigentlich verschlafenes Fischerdorf, welches in den Sommermonaten von Sonnenhungrigen und jeder Menge Hippies bevölkert wird. Es ist ein buntes Treiben zwischen alten Holzhütten und neuen Ferienhäusern, die aber alle irgendwie hinpassen. Hotels und Hochhäuser sind hier nicht zu finden. Komplettiert wurde das Ganze durch wirklich gute Gesellschaft meiner Hostelbekanntschaften.

Akunft in Punta del Diablo

Ankunft in Punta del Diablo

 

Kurz relaxen am Strand

Kurz relaxen am Strand

 

Muscheln unf Seesterne (?)

Muscheln und Seesterne (?)

Noch etwas werde ich für immer mit meiner Zeit in Punta del Diablo verbinden: Noctilucas! Kleine Meerestierchen, welche das Meer blau oder grünlich schimmern lassen. Was für ein beeindruckender Anblick. Da standen wir, mitten in der Nacht in totaler Dunkelheit auf ein paar Felsen und starrten aufs Meer, ohne das jemand etwas sagte. Da ich leider keine eigenen Fotos davon haben, hier ein paar geklaute Eindrücke:

https://de.pinterest.com/pin/240872280048917399/?from_navigate=true

https://twitter.com/estudiozinko/status/672710927159050240

Von Punkt zu Punkt

Da es in Punta del Diablo so schön war, bin ich kurz entschlossen etwas länger geblieben als geplant, aber nach 5 Tagen war es an der Zeit weiterzuziehen. Nächster Stopp war La Paloma. Meine Zufallsbekanntschaft am Busbahnhof in Montevideo hatte mir davon erzählt und ich dachte, da es eh auf dem Weg liegt, schau ich es mir einfach mal an. La Paloma ist als Kleinstadt definitiv bevölkerter als Punta del Diablo aber eigentlich genauso gemütlich. Das Saisonende machte sich nun auch langsam bemerkbar, es waren kaum noch Touristen in der Stadt. So war es nicht schwer, ein Hostel zu finden. Ich habe mich wieder für eins direkt am Strand entschieden – wobei mir diesmal eine Düne den Blick aufs Meer versperrte.

Auch wenn es nicht so aussieht, hier wird gearbeitet.

Auch wenn es nicht so aussieht, hier wird gearbeitet.

 

Faro de La Paloma

Faro de La Paloma

 

Und nochmal der Leuchttutm

Und nochmal der Leuchttutm

Hier war ich fast allein, hatte Zeit zum Arbeiten und um Leuchttürme zu besteigen. Jedoch wurde mir nach 2 Tagen etwas langweilig und ich setzte meine kleine Reise fort – next Stop: Punta del Este – DER Ferienort in Uruguay schlechthin. Das genaue Gegenteil zum gemütlichen und hippiehaften Punta del Diablo. Hier gibt es nen Yachtclub, fency Hotels und jede Menge Touristen. Junge Leute kommen zum Surfen und Party machen, Ältere (vor allem Argentinier), um in der Sonne zu brutzeln. Dabei ist alles sehr sauber – und wie überall in Uruguay – entspannt.

Hier verbrachte ich meine letzten Tage am Meer in einem ziemlichen schönem und sehr gut gefülltem Hostel. Neben dem Arbeiten machte ich auch hier noch ein paar sehr unterhaltsame Bekanntschaften und genoss die Sonne am Hostelpool oder bei längeren Spaziergängen am Strand. Im Meer schwimmen war hier leider eher nicht gut möglich, da Wellengang und Strömung ziemlich ordentlich waren und ich einen gesunden Respekt vor der Kraft des Meeres habe.

Nimm die Hand da weg...

Nimm die Hand da weg…

 

Schon schön, so blau

Schon schön, so blau

 

Natürlich darf auch hier der Leuchtturm nicht fehlen.

Natürlich darf auch hier der Leuchtturm nicht fehlen.

 

So sauber und so clean, Du bist nicht Berlin.

So sauber und so clean, Du bist nicht Berlin.

Nun kam leider die Zeit, das Meer fürs Erste zu verabschieden und nach Montevideo weiter zu reisen.

Auf Wiedersehen Montevideo und Uruguay

Montevideo ist Hauptstadt und größte Stadt Uruguays, mit 1,5 Millionen Einwohnern (Uruguay hat 3 Millionen), wirkt aber genauso ruhig und entspannt wie der Rest des Landes. Hier habe ich Harry wieder getroffen – um ein paar Tage später nach Rio zu fliegen. Nun machte sich auch langsam Reisemüdigkeit breit. Ich habe es immerhin noch geschafft, mir die Altstadt und den Friedhof direkt neben dem Hostel anzuschauen. Ansonsten haben wir viel Zeit im Hostel oder in der näheren Umgebung davon verbracht. Was auch nicht schwierig war, denn das Hostel, die Hostelmitarbeiter und die anderen Gäste, waren äußerst angenehm und haben die Zeit in Montevideo besonders gemacht. Es fühlte sich ein wenig nach WG-Leben an – eine sehr große WG. Gemeinsam raus gehen, Bier trinken oder Netflix schauen (2 Tage Sense8). Jederzeit gern wieder.

Downtown Montevideo

Downtown Montevideo

 

Ein bisschen Idylle

Ein bisschen Idylle

 

Montevideo ist architektonisch sicherlich etwas schöner als andere südamerikanische Großstädte.

Montevideo ist architektonisch sicherlich etwas schöner als andere südamerikanische Großstädte.

 

In Südamerika wird schöner gestorben als bei uns.

In Südamerika wird schöner gestorben als bei uns.

 

Ja sowas ist in Uruguay auch recht häufig zu sehen.

Ja sowas ist in Uruguay auch recht häufig zu sehen.

Eh wir nun Uruguay Richtung Brasilien verlassen, noch ein paar Fakten zu dem kleinen sympathischen Land:

  • Es ist sehr teuer. Die Preise sind in etwa mit unseren vergleichbar, manche Dinge sind aber auch viel teurer, wie Kosmetik und vor allem Sonnencreme
  • Im Restaurant Essen wird oft 20% billiger, wenn man mit Kreditkarte zahlt – also darauf achten
  • Gras ist legal. Es darf aber nicht an Touristen verkauft werden…
  • Auch wenn viele Leute relativ arm sind (Preise wie bei uns, aber wesentlich weniger Einkommen), ist Uruguay ein sehr sicheres Land. Aber auch hier gibt es, wie überall, Ecken, die man nachts und allein eher meiden sollte (Altstadt von Montevideo, Richtung Hafen)
Auf dem Dach unseres Hostls in Montevideo.

Auf dem Dach unseres Hostls in Montevideo.

Letzte Etappe: Rio de Janeiro

 

 

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