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Ich bin schwer beeindruckt oder Die Wasserfälle Iguazu (Iguacu)

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Dezember 17, 2015 by Gretchen

Iguazu Wasserfälle 1

Nach unserem 4-wöchigen Einsiedlerdasein in Buenos Aires, welches wir mit zwei Tagen in Palermo beendeten, ging es am 5. Dezember zu den Wasserfällen Iguazu, nach Puerto Iguazu. Die Stadt Puerto Iguazu und der nahe gelegene Nationalpark mit einem der größten Wasserfälle, liegt im Norden des Landes, direkt im Dreiländereck Argentinien-Brasilien-Paraguay. Je nachdem, von wo man anreist, lohnt es sich, zu fliegen, sowohl auf der argentinischen Seite als auch auf der brasilianischen, gibt es einen Flughafen.

Vom Flughafen aus, ging es direkt ins Hostel, welches wir schon im Voraus über Hostelworld gebuchten hatten, da Puerto Iguazu nicht groß und der Nationalpark sehr beliebt ist. Direkt bei Ankunft durften wir feststellen, dass unsere Wahl ausgezeichnet war. Das Mango Chill hat uns sofort begeistert. Man fühlt sich direkt willkommen und dazugehörig – direkt ein Drink aufs Haus (jeden Tag gegen 19 Uhr) hat sicher geholfen ;). Jeden Abend wird außerdem ein gemeinsames Abendessen angeboten – entweder Pizza oder BBQ und dazu Wein oder Bier zum Festpreis. Wir haben das Angebot jeden Abend angenommen (selbst am Letzten, an dem wir leider in ein anderes Hostel umziehen mussten), weil das Essen gut war und die Runde mit den anderen Hostel-Gästen sehr gesellig. Direkt nach Ankunft gab es außerdem von einem der Hostelangestellten (wenn man das so nennen kann, denn eigentlich sind die Mitarbeiter hier irgendwie ein Teil des Ganzen) eine kleine Einweisung für den Park – wie man hinkommt, was der Bus kostet, wie lange die Fahrt dauert und wie der Park aufgebaut ist. Für alle Interessierten hier eine kleine Auflistung, auch wenn sich die Preise bei der Inflationsrate wahrscheinlich rasch ändern:

  • Der Bus zum Nationalpark Iguazu (argentinische Seite) fährt alle 15 Minuten vom Busbahnhof, der nur 3 Minuten Fußweg vom Hostel entfernt ist (am besten vorher noch was zu Essen und zu Trinken kaufen, im Park ist es teurer).
  • Die Fahrt dauert etwa 35 – 45 Minuten und der Bus hält direkt vor dem Eingang.
  • Hin- und Rückfahrt kosten 100 Pesos (Zur Erinnerung: offizieller Wechselkurs: 10 €, mit inoffiziell getauschten Dollars rund 7 €). Wer zu viert ist, kann für den gleichen Preis pro Person auch ein Taxi nehmen.
  • Der Eintrittspreis für den Park variiert – vor allem nach Herkunft: Argentinier zahlen weniger als alle anderen Südamerikaner und der Rest zahlt das Meiste – in unserem Fall waren das 260 Pesos. Wer zwei Tage kommen möchte (sollte man, wenn die Zeit vorhanden ist), sollte seine Eintrittskarte aufheben, denn dann bekommt man den zweiten Tag 50 Prozent günstiger.

Für die Fahrt zur brasilianischen Seite – Foz de Iguacu:

  • Hier fährt der Bus nur einmal in der Stunde – gleicher Bahnhof, gleiches Unternehmen (Rio Uruguay)
  • Die Fahrt dauert etwas länger, jedoch nicht, weil der Weg weiter ist, sondern wegen des Grenzübertritts. Der ist allerdings recht unkompliziert: Raus aus dem Bus, Pass abstempeln lassen, durchlaufen, wieder rein in den Bus. Für den brasilianischen Stempel sammelt der Mitarbeiter des Busunternehmens die Reisepässe ein und lässt sie abstempeln.
  • Kostenpunkt: 80 Pesos Hin- und Rückfahrt

Die Wasserfälle Iguazu: Tag 1

Ich würde empfehlen, wenn möglich drei Tage einzuplanen. Wir hatten erst zwei – einen für die argentinische und einen für die brasilianische Seite (und ja, es lohnen sich definitiv beide Seiten!!), aber uns wurde schnell klar, dass wir einen Tag länger bleiben wollen – auch wegen der angenehmen Stimmung im Mango Chill. Das war für eine dritte Nacht, die wir nachbuchen wollten dann leider bereits voll und wir mussten in ein anderes Hostel zwei Blocks entfernt ausweichen. Dies war nicht annähernd vergleichbar. Allerdings ist man auch als externer Gast im Mango Chill gern gesehen und wir haben den Abend wieder da verbracht. An unserem letzten Morgen sind wir dann auf nach Iguazu.

Abgesehen von nicht gerade wenigen Menschen (der Park ist allerdings sehr groß und es verläuft sich eigentlich ganz gut), machten wir hier vor allem erst einmal Bekanntschaft mit dem südamerikanischen Nasenbären.

Nasenbären

Eine kleine Gruppe Nasenbären im Iguazu Nationalpark.

Also eigentlich mit sehr vielen von den kleinen Gangstern. Sie sind ziemlich niedlich, aber leider auch sehr an den Menschen und vor allem sein Essen gewöhnt. Die Bezeichnung Allesfresser bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Jeder, der Essen in der Tasche oder Hand hat, muss sich vorsehen, sonst ist es schneller weg, als man schauen kann.

Kleine Gangster - Nasenbären

Nasenbären: Keine Tasche ist vor den kleinen Räubern sicher

Für den Park selbst gibt es eine Faltkarte, die einen Überblick über das gesamte Gelände gibt. Hier sind die verschiedenen Routen / Rundgänge, die jeweils unterschiedliche Blickwinkel der Wasserfälle bieten, eingezeichnet. Wir begannen mit der kleinen, mittleren (die Rote) und waren schlichtweg begeistert. Ich weiß nicht, wie lange ich da mit offenem Mund einfach nur dagestanden habe. Beeindruckend, überwältigend, einfach nur schön.

Iguazu Wasserfälle 1

Ein erster Eindruck der Wasserfälle von Iguazu.

Ich merke gerade, wie schwer es ist, ein paar Bilder für den Beitrag auzuwählen.

Iguazu Wasserfälle 2

Ein weiterer beeindruckender Blick auf die Iguazu Wasserfälle.

Hier haben wir es uns dann auch mit unseren mitgebrachten Sandwiches auf einer der Bänke bequem gemacht und im Schatten gemütlich gegessen. Ich erwähne das deshalb, weil es dort keine Nasenbären gibt. Wer an den offiziellen Cafés isst, muss wirklich sehr aufpassen, dass er sein Essen behält – entspannt Essen ist da nicht möglich.

Baby-Nasenbären

Baby-Nasenbären mit Mama – schon verdammt neugierig.

Kurzer Einschub: Im Park gibt es aber nicht nur kleine und große Gangster-Nasenbären, sondern auch andere Tiere (ein Gürteiltier habe ich leider nicht gesehen):

Schmetterling in Iguazu

Einer von vielen Schmetterlingen im Nationalpark Iguazu.

kleiner Vogel in Iguazu

Auch Vögel gibt es hier viele: hier ein kleiner grüner.

Kleiner Affe

Und auch Affen gibt es in Iguazu

Iguazu Vogelparadies

Und noch ein Vogel in Iguazu.

Nachdem wir den ersten Rundgang beendet hatten, stand an der Zugstation (zu der oberen Route fährt eine kleine Pioneereisenbahn 🙂 ) gerade ein Zug beinah abfahrbereit – und wir kurz entschlossen direkt noch mit – zum Gargante del Diablo, der Hauptattraktion der Wasserfälle Iguazu. Von der Zugstation geht eine Art Brücke über den gesamten Fluss – direkt bis zum Teufelsschlund.

Weg zum Teufelsschlund

Auf dem Weg zum Teufelsschlund.

Hier vergisst man dann ganz schnell, wie beeindruckt man von den vorhergehenden Wasserfällen war. Hier gesellt sich zum offen staunenden Mund auch noch eine Gänsehaut. Viel mehr kann ich dazu gar nicht sagen, das sollte man sich einfach selbst anschauen.

Teufelsschlund in Iguazu

Der Teufelsschlund – oder ein Teil davon.

 

Es gibt noch einen kleinen Weg, abseits der drei Hauptrouten, der auch kaum frequentiert ist. Hier kommt man zu einem kleinen Wasserfall, an dessen unteren Teil man auch baden kann. Der Weg ist allerdings länger, als es auf der Karte aussieht (eine Richtung 30-45 Minuten) und man sollte unbedingt Insektenmittel dabei haben. Dann ist es ganz schön, fast allein, ein bisschen durch den Regenwald zu spazieren und Riesenameisen zu beobachten. Wer genügend Zeit hat, sollte das machen, bei wem die Zeit etwas knapper ist, kann diesen Teil aber zur Not auch weglassen. Wir haben unseren ersten Tag mit einem Bad beendet.

Die Wasserfälle von Iguazu: Tag 2

Am zweiten Tag hatten wir eine Bootstour gebucht (am ersten Tag hatte es leider nicht geklappt), die bereits um 9 Uhr begann, also hieß es zeitig aufstehen. Kurz vor 9 Uhr waren wir dann bereit für die große Bootstour, die mit 650 Pesos sicher kein Schnäppchen ist. Allerdings wurde nur diese, zu der Zeit, zu der wir da waren, angeboten. Alle anderen wurden aufgrund des vielen Wassers abgesagt (es regnet wohl zu viel in diesem Jahr – ein Phänomen, das uns da nicht das letzte Mal begegnen sollte). Auch die Fähre zu der Insel San Martin fuhr leider nicht. Aber trotz des stolzen Preises bin ich froh, dass wir die Fahrt gemacht haben, es lohnt sich. Erst geht es per offenem Bus durch den Regenwald. Während der Fahrt erzählt ein Guide etwas über Flora und Fauna. Hier konnten wir tatsächlich auch einen Tukan sehen. Für ein Foto war ich leider nicht schnell genug. Nach der fünfzehnminütigen Fahrt geht es dann zum Boot. Hier wird man noch mit einer Schwimmweste und einem wasserdichten Beutel ausgestattet, in dem man seinen gesamten Kram unterbringt. Ich hatte mir extra einen Bikini angezogen und bin nur im Bikini aufs Boot, was durchaus Sinn ergeben hat, denn das Boot fährt direkt in zwei der kleineren Wasserfälle! Vorher bekommt man noch ausreichend Zeit, Fotos zu machen und dann gibt’s eine kalte Dusche.

Bootsfahrt in Iguazu

Eine Bootsfahrt, die ist lustig.

Bootsfahrt in einen er Wasserfälle von Iguazu

Dusche gefällig? Gleich geht es in einen der Wasserfälle.

Nach der Bootsfahrt haben wir dann noch die letzte übrig gebliebene Route in Angriff genommen – der blaue, untere Rundgang. Hier bekommt man dann noch einmal eine andere Perspektive und steht eher vor den Wasserfällen als darüber – auch da gab es noch die eine oder andere Möglichkeit, nass zu werden. Damit endeten zwei wirklich tolle Tage im Nationalpark Iguazu.

Panoramablick auf Wasserfälle.

kleines Panorama auf die Wasserfälle von Iguazu mit der Insel San Martin.

 

Wasserfälle von vorn

Vor einem der Wasserfälle von Iguazu – feucht-fröhlich.

Die Wasserfälle Iguacu – auf nach Brasilien

Den letzten Tag fuhren wir dann noch auf die brasilianische Seite, nach Foz de Iguacu (der Name der Stadt). Hier gibt es direkt neben dem Nationalpark noch einen Vogelpark, der auch sehr sehenswert sein soll. Wir haben den weggelassen, da wir am Abend noch mich dem Nachtbus nach Corrientes weiter wollten und uns dafür etwas die Zeit fehlte.

Wir hatten kurz überlegt, ob wir noch nach Foz de Iguacu fahren sollten, immerhin hatten wir an zwei Tagen die Wasserfälle von oben und unten gesehen… was sollte da noch kommen? Diese Frage wurde uns dann schnell beantwortet. Der brasilianische Teil ist etwas anderes, als der Argentinische. Wenn man seinen Eintritt bezahlt hat (etwa 56 brasil. Real, 14 € – hier merkt man auch wieder, wie kompliziert Argentinien ist. Während man da nur mit Pesos zahlen kann, gibt es auf der brasilianischen Seite die Möglichkeit mit Real, Pesos, Dollar oder Kreditkarte zu zahlen), steigt man direkt in einen Bus. Der bringt einen dann an den Rundgang. Davon gibt es hier nur einen. Außerdem werden im Park noch Kayaking usw. angeboten. Als wir ausgestiegen sind, fing es erst einmal an, in Strömen zu regnen. Das war glücklicherweise nach 3 Minuten wieder vorbei und wir haben uns losgemacht – um zu sehen, warum es sich lohnt, auch hier herzukommen:

Iguacu Wasserfälle 1

Der Blick auf die Wasserfälle von Iguacu – brasilianische Seite.

Iguacu Wasserfälle 2

Weiterer Blick auf die Wasserfälle auf der Seite Brasiliens.

Wasserfälle Iguacu 3

Panoramablick auf die Wasserfälle vom Nationalpark Iguacu.

 

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